Überlassen Sie doch anderen den Ruhm…
Ich grüsse Sie,
wenn man den größten Teil seiner Zeit damit verbringt, seinen eigenen Weg zurück zu verfolgen, um herauszuarbeiten, welches eigentlich die Kernstrategien waren, die einen dort hin gebracht haben, wo man heute stehe , so bleibt die Versuchung nicht aus, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und zu erzählen, was für ein toller Hecht man schon immer gewesen ist (oder glaubt, es gewesen zu sein).
Dass ich das ganz bewusst - so gut es eben geht - zu vermeiden suche, beruht auf einer der wertvollsten Erkenntnisse, die mich mein Leben als Unternehmer gelehrt hat.
Es ist etwas ganz Spezielles – ich spreche von diesem Gefühl der Ruhe, das uns überkommt, sobald wir aufhören, ständig um Aufmerksamkeit und Anerkennung zu kämpfen und stattdessen anderen den Ruhm gönnen.
Speziell auf Websites im Internet fällt mir dieses Bedürfnis nach Beifall und exzessiver Bestätigung auf. Es ist dieser egozentrische Teil eines Ichs, der da ruft, „Sieh mich an. Ich bin etwas Besonderes. Meine Seite ist kreativer und meine Geschichte interessanter als deine.“
Es ist unsere innere Stimme, die das zwar nicht so offen ausspricht, doch am liebsten überall und immer verkünden möchte, „Mein Erreichtes ist bedeutungsvoller als deines.“
Dieses Ego ist jener Teil von uns, der gesehen, gehört, bewundert und als ganz speziell angesehen werden möchte – häufig auf Kosten anderer. Es ist der Teil, der andere unterbricht, wenn sie ihre Geschichte erzählen oder zumindest ungeduldig darauf wartet, dass er an die Reihe kommt, damit Gespräch und Aufmerksamkeit wieder zu ihm zurückkehren.
In unterschiedlicher Gewichtung tritt das bei uns allen auf – sehr zu unserem Nachteil. Wann immer Sie ein Gespräch gewaltsam an sich ziehen, werden Sie anderen die Freude an dieser Unterhaltung nehmen. Es wird sich eine Distanz zu Ihnen auftun – und alle verlieren dabei.
Nicht ganz einfach, diese Angewohnheit abzulegen, doch gerade, wenn Sie daran denken, im Internet eine eigene Organisation aufzubauen, sollten Sie gegen diesen Wunsch angehen, immer im Mittelpunkt zu stehen und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Erst wenn Sie anderen in Ihrem Team die Anerkennung gönnen, werden Sie Ihre Geschäfte mit Ruhe, wenig Stress, dafür aber mit mehr Erfolg betreiben.
Statt sofort einzuwerfen, „Ich habe doch genau das schon damals gemacht…“ oder „Und von wem hast den Tipp dazu bekommen…?“, beißen Sie sich besser auf die Zunge.
Sagen Sie stattdessen „Das klingt ja ganz hervorragend…“ oder „“Bitte erzähl mir mehr darüber…“. Ihr GesprächspartnerIn wird so viel mehr Freude haben und sich, da Sie aufmerksam und interessiert zuhören, nicht in Konkurrenz mit Ihnen befinden. Diese Person wird sich in Ihrer Gegenwart sicher und entspannt fühlen - das gibt Selbstvertrauen.
Und glauben Sie mir, auch Sie werden sich wohler fühlen, wenn Sie nicht mehr nervös auf der Sesselkante herumrutschen und nur darauf warten, dass endlich die Reihe wieder an Ihnen ist.
Natürlich können Sie in Ihrer Organisation, die zu einem großen Teil von Ihrem Vorbild und Ihrer Führung lebt (leben sollte), nicht immer nur streicheln und mit dem Kopf nicken. Sie werden Ihre Person, Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen einbringen müssen – und dafür Anerkennung und Respekt ernten. Zu Recht.
Doch davon spreche ich nicht. Mir geht es hier um dieses impulsive, fast zwanghafte Bedürfnis, die Aufmerksamkeit von anderen weg auf sich selbst zu ziehen. Ersetzen Sie diese Sucht durch innere Ruhe und Gelassenheit, die sich einstellen, sobald Sie anderen Ihren Teil am Ruhm überlassen.
Dann herrscht in Ihrer Organisation (auch für Ihre potentiellen Kunden und Partner) das Klima, in dem sich der Erfolg wohlfühlt.













